Durchdruck

Das Durchdruckverfahren ist sehr einfach zu verstehen. Es hat beinahe jeder schon einmal gemacht, indem er beispielsweise Malkastenfarbe mit einer Bürste durch ein Sieb gedrückt hat. Das ist ein Siebdruck, der zum Durchdruck gerechnet wird. Dabei wird allgemein ein Farbauftrag auf das Druckobjekt mit Hilfe von Aussparungen in einem Sieb gebracht. Man kann anstatt einem Sieb auch ein Textilgewebe verwenden, welches in einem Rahmen gespannt wurde, das erzielt den gleichen Effekt. Dazu muss ein Gummirakel verwendet werden, der gegen diese Aussparungen drückt. Wenn Flächen auf dem Druckobjekt keine Farbe abbekommen sollen, werden diese einfach mit einer speziellen Schablone abgedeckt. Der Farbauftrag wird durch die Feinheit, die Struktur bzw. durch die Elastizität des Gewebes bestimmt.
Die Beschaffenheit der Druckobjekte spielt dadurch kaum noch eine Rolle, da es möglich ist nahezu alle Formen zu bedrucken. Je nachdem, welches Material verwendet wird, variieren auch die Druckfarben.
Im Gegensatz zu anderen Druckverfahren kann beim Siebdruck der Farbauftrag abgewandelt werden, somit können hohe Farbschichtdicken erreicht werden. Allerdings ist die Druckgeschwindigkeit dadurch relativ gering. Anwendung findet der Siebdruck hauptsächlich im Bereich der Werbung und Beschriftung, im Textil- und Keramikdruck und für industrielle Anwendungen. Im künstlerischen Bereich wird der Siebdruck für Serigrafie benutzt, aber auch in der Schule noch häufig unterrichtet.
Typische Merkmale von Sieb- oder Durchdrucken gibt es an und für sich nicht. Es spielen dabei viele Einflussfaktoren eine Rolle. Beispielsweise entstehen bei zu viel Abstand zwischen Sieb und Druckobjekt unscharfe Kanten. Bei zu wenig Abstand entstehen so genannte Wolken, also sichtbare Rückstände, was auch an einer zu schnell trocknenden Farbe liegen kann.