Tiefdruck
Beim Tiefdruckverfahren sind im Gegensatz zum Hochdruck die druckenden Elemente vertieft, was der Name schon verrät. Die nicht druckenden Teile sind stattdessen alle auf einem konstanten höheren Niveau. Vor jedem Druck wird die gesamte Druckform eingefärbt. Danach wird die überschüssige Farbe mit einer Rakel, einem geschliffenem Stahlband, oder einem Wischer abgestreift, somit ist nur noch in den Vertiefungen die Farbe zu finden. Das Druckverfahren wird deswegen auch Rakeltiefdruck und die Vertiefungen auch Näpfchen genannt, diese entstehen auf dem Druckträger meistens durch Gravur, Ätzung oder durch einen Laser.
Nachdem die Farbe abgerakelt wurde, wird die Farbe in den Näpfchen aufgrund des Anpressdrucks und zweier Zylinder direkt auf das Druckobjekt übertragen. Logischerweise wird pro Druckvorgang lediglich eine Farbe verwendet. Die Farben weisen gewöhnlich einen hohen Anteil leicht entflammbarer Lösungsmittel auf und deswegen verfügen heutzutage moderne Maschinen über gute Abluftsysteme sowie Feuerlöschsysteme. Das Druckobjekt durchläuft somit verschiedene Druckwerke mit jeweils anderen Farben und gelangt dann gegebenenfalls zur Weiterverarbeitung in die Falzmaschine. Das Endresultat beim Tiefdruck kommt einer Originalvorlage schon sehr nahe.
Wichtige Merkmale des Tiefdrucks ist ein Zackenrand an Buchstaben und Strichzeichnungen. Außerdem kann es vorkommen, dass kleine Schriften manchmal unscharf wirken. Heutzutage wird das Druckverfahren trotzdessen für Druckaufträge mit hohen Auflagen von mehr als 300.000 Exemplaren eingesetzt. Allerdings sinkt allmählich die Nachfrage am Tiefdruck, da der Offsetdruck immer weiter entwickelt wird. Im künstlerischen Bereich wurde der Tiefdruck bereits im 19. Jahrhundert angewendet. Man unterscheidet mittlerweile trockene, wie den Kupferstich oder Steinradierungen, und nasse Verfahren, wie Ätzradierung oder Stahlstiche.